Station 16b

„Glück Auf“

Die Vergangenheit hat eine lange Zukunft

Willkommen auf dem Industriepfad

Sie stehen an Station 16b Gleichstrom-Erzeugungsgeneratordes vom Förderverein Haus der Geschichte – Ilseder Hütte e.V. in den Jahren 2004 – 2006 geschaffenen Industriepfades. Der Industriepfad informiert Sie auf 25 Stationen auf dem Gelände der Ilseder Hütte AG, die hier in den Jahren 1860 – 1983 ein Hochofenwerk mit verschiedenen Nebenbetrieben unterhielt. Der Hochofenbetrieb wurde 1983 und die Kokerei und die Energiebetriebe als letzte der Nebenbetriebe 1995 (Werksschließung) eingestellt. An der Station 0 erhalten Sie einen Überblick über den Industriepfad mit sämtlichen Stationen.

Die Ilseder Hütte war mit ihren Anlagen immer auf dem neuesten Stand der Technik, so auch in der Energiewirtschaft. Als Ende des 20. Jahrhunderts die Nutzung der Elektroenergie einen bedeutenden Fortschritt brachte, gehörte auch die Energienutzung für die Beleuchtung der Werksanlagen und der werkseigenen Arbeitersiedlungen, z.B. Neuölsburg, zu den technischen Errungenschaften der Region.

Absatz für den erforderlichen Gleichstrom von 110 Volt war diese Maschineneinheit im Einsatz. Sie besteht aus einem 500 Volt Drehstrommotor für den Antrieb und einen gekoppelten Gleichstromgenerator für 110 Volt.

Dieser Gleichstrom-Erzeugungsgenerator befindet sich noch im Originalzustand und steht wegen seiner technischen „Einmaligkeit“ unter Denkmalschutz. Damit ist diese Maschineneinheit die älteste „noch komplette“ 110-Volt-Gleichstromerzeuger dieser Art. Die dazugehörigen historischen Schaltanlagen konnten beim Abriss der Dampfzentrale leider nicht gerettet werden.

Arbeitsweise eines Gleichstromgenerators

Der Gleichstromgenerator hat eine unendliche Wicklung, die durch den Kollektor verbunden ist. Durch die sinnreiche Einrichtung dieses Kollektors, schaltet man die sich drehenden Leiter abwechselnd auf die Abnehmerbürsten und erhält dadurch positive Spannung, die zeitlich aber immer noch ihre Größe ändert. Durch den Einbau von Hilfspolen kann das sogenannte „Feuern“ der Bürsten (Kohlen) bei Gleichstromgeneratoren vermieden werden.

Aufbau eines Gleichstromgenerators

Der Gleichstromgenerator ist ein einpoliger Stromerzeuger. Durch den speziellen Aufbau der Wicklung und die Verbindungen der Kohlebürsten arbeitet die Wicklung unendlich. In der Sinuskurve werden nur die Oberspitzen gemessen, die durch die Anzahl der Kohlebürsten verkürzt werden, wodurch sich die gewünschte Gleichspannung ergibt.

 

Lj.-Kondensationsturbine

Leistung: 7.500/10.500 kW

Dampfdruck: 10,5/13 bar

Baujahr: 1941

Dampf-Temperatur: 300/350 °C

Drehzahl: 3.000 U/min.

Vakuum: 0,075 bar

Generator

Spannung: 10.500 Volt

Stromstärke: 770 Ampere

Anschlussleistung: 2 x 7.500 Kilovoltampere (KVA)

Leistungsfaktor: 0,7 cos

Drehzahl: 3.000 U/min.

Eigenerregung: 250 Volt/185 Ampere

Frequenz: 50 Per./sec.

Schnittbild einer MAN-Kondensations-Turbine

Die Gleichstrom-Erzeugereinheit am Standort in der Dampfzentrale

Historische Schaltanlage für das 110 Volt Stromnetz

Technische Anlage zur Stromerzeugung – Kollektor und Wicklungseinheit (vgl. Text)

Zwischenlagerung der Maschineneinheit während des Abbruchs der Dampfzentrale

Montage am heutigen Standort der Maschineneinheit