Station 13

„Glück Auf“

Die Vergangenheit hat eine lange Zukunft

Willkommen auf dem Industriepfad

Sie stehen an Station 13 Wasserentnahme aus der Fuhsedes vom Förderverein Haus der Geschichte – Ilseder Hütte e.V. in den Jahren 2004 – 2006 geschaffenen Industriepfades. Der Industriepfad informiert Sie auf 25 Stationen auf dem Gelände der Ilseder Hütte AG, die hier in den Jahren 1860 – 1983 ein Hochofenwerk mit verschiedenen Nebenbetrieben unterhielt. Der Hochofenbetrieb wurde 1983 und die Kokerei und die Energiebetriebe als letzte der Nebenbetriebe 1995 (Werksschließung) eingestellt. An der Station 0 erhalten Sie einen Überblick über den Industriepfad mit sämtlichen Stationen.

Die Verhüttung der Eisenerze im Hochofen, die sogenannte Hochofenmetallurgie, erfordert hohe Temperaturen. Der Prozess wird durch Zuführung von Heißwind in den Hochofen beschleunigt. Die dazu erforderlichen Armaturen, z. B. die Blasformen und die Absperrorgane in dem System müssen dabei gekühlt werden.

Die Entscheidung der Unternehmensleitung für den Standort der Hochöfen war also vom Kühlwasser abhängig. Hier in Groß Ilsede floss die Fuhse, und das erforderliche Kühlwasser konnte an diesem Wehr in das Hochofenwerk geleitet werden. Stauwehre regelten den Wasserstand der Fuhse.

Mit steigender Roheisenproduktion und der vorherrschenden Anlagentechnik reichte später die verfügbare Wassermenge der Fuhse und vor allem auch die Wasserqualität nicht mehr aus, sodass ab 1870 bereits das Grubenwasser aus dem Bergbau in den Kühlwasserkreislauf des Werkes eingeleitet wurde. Ab 1903 hat die Ilseder Hütte in der Gemarkung von Klein Ilsede eine eigene Wassergewinnung für den Bedarf der Hüttenwerksanlagen betrieben. Über 20 Tiefbrunnen wurden bis zu 400 m³ Wasser in der Stunde gefördert und durch eine gusseiserne Leitung, die unterirdisch parallel zur Eisenbahn verlegt war, in das Hochofenwerk gepumpt.

Das Wasser aus dem Wasserwerk Klein Ilsede hatte Trinkwasserqualität. Die Ortschaften Klein Ilsede, Groß Ilsede und Ölsburg wurden über 60 Jahre durch die Ilseder Hütte mit diesem Wasser versorgt. Danach übernahm der Wasserverband Peine diese zentrale Wasserversorgung im gesamten Landkreis Peine.

Die Stauwehre zur Bedarfsregulierung der Fuhse haben inzwischen ihre Bedeutung verloren und sind ausgebaut. Die Fuhse hat in diesem Bereich ihren ursprünglichen natürlichen Lauf.

Hier vor dem Übernahmewehr verläuft übrigens parallel zur Fuhse die ehemalige Gasleitung, über die von 1930 bis 1968 die Stadt Hildesheim mit Koksgas versorgt wurde.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Weges befindet sich ein Bahndamm. Dieser gehört zu der Gleistrasse, über die früher die Erzzüge von Süden zum Erzbunker liefen. Von 1965 bis zur Einstellung der Roheisenproduktion (1983) verlief hier entlang auch die Förderbandstrecke, die den fertigen Sinter von der Sinteranlage zur Verteilerstation und auch weiter zum Vorratsbunker transportierte.

 

Stauwehr an der Lauenthaler Mühle

Wasserentnahme-Wehr für das Hochofenwerk. Im Vordergrund erkennt man den Rohrgraben für die Gasleitung nach Hildesheim.

Die Schoke-Mühle in Groß llsede

Das natürliche Flussbett der Fuhse heute

Das Wasserwerk in Klein Ilsede