„Glück Auf“
Die Vergangenheit hat eine lange Zukunft
Willkommen auf dem Industriepfad
Sie stehen an Station 16 “Die Dampfzentrale“ des vom Förderverein Haus der Geschichte – Ilseder Hütte e.V. in den Jahren 2004 – 2006 geschaffenen Industriepfades. Der Industriepfad informiert Sie auf 25 Stationen auf dem Gelände der Ilseder Hütte AG, die hier in den Jahren 1860 – 1983 ein Hochofenwerk mit verschiedenen Nebenbetrieben unterhielt. Der Hochofenbetrieb wurde 1983 und die Kokerei und die Energiebetriebe als letzte der Nebenbetriebe 1995 (Werksschließung) eingestellt. An der Station 0 erhalten Sie einen Überblick über den Industriepfad mit sämtlichen Stationen.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die industrielle Nutzung der Elektroenergie weltweit technisch möglich. Bis zu dieser Zeitepoche dienten schwere Dampfkolbenmaschinen als Antriebsaggregate, die nun durch Elektromotoren ersetzt wurden. Diese neue Technik arbeitete effektiver und auch der Energietransport mit Elektrokabeln hatte gegenüber den wärmeisolierten Rohrleitungen für den Dampftransport wirtschaftliche Vorteile.
Ein neues technisches Zeitalter war angebrochen und das galt auch für die Ilseder Hütte.
Im Jahr 1898 wurde dieses Gebäude, die Dampfzentrale, zur Erzeugung der Elektroenergie für die industrielle Nutzung in den verschiedenen Werksbereichen gebaut. Dieses Gebäude hat also eine historische Bedeutung für das Unternehmen. Hier liefen die ersten Dynamoräder, angetrieben von schweren senkrecht stehenden Dampfkolbenmaschinen. Jeweils zwei Dampfkolben trieben über eine Exenterwelle ein Dynamorad an, das 450 kW Leistung bei einer Betriebsspannung von 10 kV erzeugte. Drei dieser senkrecht stehenden Maschinen und eine flachliegende Maschineneinheit arbeiteten hier bis 1941 bzw. 1954.
Die nachfolgende Maschinengeneration, Dampfturbinen mit angekoppelten Elektro-Generatoren, löste die alten Kolbenmaschinen mit den Dynamorädern ab.
Diese modernen Maschineneinheiten sind heute noch im Original in der Maschinenhalle zu sehen.
Die 1941 gelieferte Dampfturbine, System Ljungstöm, ist eine Besonderheit. Bei dieser Turbine gibt es keine feststehenden Umlenkschaufeln. Ein gegenläufiges Turbinenrad übernimmt diese Aufgabe und treibt dabei einen zweiten Generator an. Diese Maschineneinheit leistete 2 X 7.500 kW.
Die Funktionsweise der 1954 gebauten MAN-Maschine ist nebenstehend gezeigt. Sie leistete 14.000 kW.
In dem Gebäude war auch die Stromverteilung zur Versorgung der verschiedenen Werksbereiche der Ilseder Hütte untergebracht. An den Stirnseiten des Gebäudes findet man noch die sogenannten Trafo-Zellen. Hier wurde der elektrische Strom für den Hüttenbetrieb auf die erforderliche Arbeitsspannung von 500 Volt transformiert.





