Station 15

„Glück Auf“

Die Vergangenheit hat eine lange Zukunft

Willkommen auf dem Industriepfad

Sie stehen an Station 15 “Die Kühltürme“ des vom Förderverein Haus der Geschichte – Ilseder Hütte e.V. in den Jahren 2004 – 2006 geschaffenen Industriepfades. Der Industriepfad informiert Sie auf 25 Stationen auf dem Gelände der Ilseder Hütte AG, die hier in den Jahren 1860 – 1983 ein Hochofenwerk mit verschiedenen Nebenbetrieben unterhielt. Der Hochofenbetrieb wurde 1983 und die Kokerei und die Energiebetriebe als letzte der Nebenbetriebe 1995 (Werksschließung) eingestellt. An der Station 0 erhalten Sie einen Überblick über den Industriepfad mit sämtlichen Stationen.

Auf dem Hochofenwerk in Ilsede wurden für Kühlzwecke in den verschiedenen Betriebsbereichen und Wasserkreisläufen große Wassermengen benötigt. In
 Spitzenzeiten – also bei hoher Produktion – und hohen Außentemperaturen (Sommer) waren 17.000 m³ Wasser im Umlauf.

Diese Wassermengen konnten nur durch eine Kreislaufwirtschaft bereitgestellt werden, d.h. das Wasser wurde mehrfach genutzt und musste zwischenzeitlich nachgekühlt werden. Dies erfolgte im offenen Kreislauf über Kühltürme. Der Kühlturm funktioniert dabei als Wärmetauscher, in dem das zu kühlende Wasser direkt mit der Außenluft in Berührung gebracht wird.

Auf dem Hochofenwerk waren zeitweise 12 Kühltürme in Betrieb.

Funktionsweise eines Kühlturmes 

Das erwärmte Wasser wird auf eine vorgegebene Höhe des Kühlturmes gepumpt. Hier läuft es über Verteilerrinnen und gleichmäßig verteilte Rieseleinbauten nach unten. Die einzelnen Wassertropfen kommen dabei mit dem im Kühlturm aufsteigenden Luftstrom in Berührung. Dieser kühle Luftstrom, der durch die Kaminwirkung des Turmes erreicht wird, nimmt die Wärme aus dem Wasser mit. Am oberen Rand des Kühlturmes sind die „Schwaden“ dieses Verdunstungsprozesses zu erkennen. Das abgekühlte Wasser sammelt sich in der sogenannten Kühlturmtasse und fließt den Pumpenanlagen für den erneuten Umlauf zu.

Das Wasser wird in der Regel um ca. 10 ºC heruntergekühlt. Die Verdunstungsverluste betragen bis zu 2% der umlaufenden Wassermenge. Diese Verluste müssen durch Zuführung von Frischwasser laufend ersetzt werden.

Die Weitläufigkeit des „Ilseder Wasserkreislaufes“ ist auf nebenstehendem Plan dargestellt.

Auf dem weiteren Weg des Industriepfades entlang der Fuhse sind verschiedene „Biotope“ zu sehen. Sie sind die Reste der Kühlturmtassen ehemaliger Kühltürme, die hier aufgereiht standen.

Am Ende des Weges befindet sich der Kühlteich. Hier wurde das überschüssige erwärmte Betriebswasser gesammelt, bevor es nach entsprechender Abkühlung in die Fuhse abgeleitet werden konnte.

Hinter dem Kühlturm links vor der Fuhsebrücke befand sich ein Stauwehr in der Fuhse, mit dem der Wasserstand der Fuhse geregelt wurde. In der Gründerzeit der Ilseder Hütte wurden im Einflussbereich der „Hütte“ drei Wassermühlen durch die Fuhse betrieben – Lauenthal, Ölsburg und Ilsede. Mit dem Erwerb dieser Mühlen durch die Ilseder Hütte gingen die Staurechte für die Fuhse auf die Ilseder Hütte über.

An der Brücke befand sich das Pförtnerhaus Tor 4, über das die Belegschaften aus Richtung Ölsburg auf das Werk kamen.

Die Wasserwirtschaft des Hochofenwerkes Ilsede – Schematische Darstellung

Werks-Silhouette der Kühltürme von Westen gesehen

Wasseraufbereitungsanlage und Kühlturm Nr. 9

heutige Situation – Naherholungsbereich mit Arboretum und Biotopen

Ansicht zwischen Abbruch und Aufbruch

Blick vom Erzbunker zur Sinteranlage mit dem Transportband im Vordergrund. Rechts die Wasserwirtschaft mit der Kühlturmreihe